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Sie wurde im März Deutsche Meisterin 1999 der
Altersklasse 35 im LONG TRACK- Eisschnelllaufen. Auf der Hallenbahn des
Sportforum Hohenschönhausen gewann sie mit drei Streckensiegen und drei
Weltrekorden über 500m in 47,53,
über 1500m in 1:36,05 und über 1000m in 2:30,95. Ihre
Leistung wird unterstrichen durch die Tatsache, dass sie die Weltmeisterin
dieser Klasse deutlich auf den zweiten Platz verweisen konnte, obwohl sie
aus beruflichen Gründen und nicht zuletzt, weil sie daheim unsere Mädchen
und Jungen trainierte, nicht zu den grossen Rennen reisen konnte. Der
Teilnahme an den Weltmeisterschaften, in Finnlands eisigem Winter, die sie
ziemlich sicher gewonnen hätte, standen
finanzielle und zeitliche Probleme entgegen. Bei der diesjährigen
Senioren-Weltmeisterschaft im Februar 2000 in Berlin-Hohenschönhausen
nahm Gundi jedoch teil und belegte in der Altersklasse 35 den zweiten
Platz.
Gundi kam schon mit neun Jahren zum Eisschnelllaufen,
startete zuerst für den ERC Ludwigshafen und, ab 1977
für den Mannheimer ERC Kunstlauf und Schnellauf. Bereits in ihrer
Ludwigshafener Zeit wurde sie Deutsche Schülermeisterin und das war der
Beginn einer beispielhaften Karriere auf den schmalen Kufen. Zu jener Zeit wurden
auf dem Mannheimer Eis regelmäßig Trainings- und Pokalrennen sowie
Stadtmeisterschaften, immer mit großer Beteiligung aus den benachbarten Vereinen,
gelaufen. Zu großen Rennen fuhr man auf die 400m-Bahn nach Inzell und auf die
250m-Bahnen in Basel, Berlin und Zürich und auch da war Gundi immer ganz weit vorne
in den Ergebnislisten zu finden. Als 1981 in Paris die ersten offiziellen SHORT
TRACK
Weltmeisterschaften ausgetragen wurden, durfte Gundi mit der Startnummer 1 an
den Start gehen. Am Ende stand ein guter 18. Platz bei 30 Teilnehmerinnen. Ab dem
Zeitpunkt galt das Hauptinteresse dem faszinierenden SHORT TRACK und seit den
ersten, in Mannheim ausgetragenen, Deutschen Meisterschaften im Jahr 1983, konnte
Gundi den Meisterinnen-Titel neunmal erlaufen, wobei auch die Konkurrenz von Jahr zu
Jahr stärker wurde.
Natürlich war sie auch viele Jahre das Rückgrat der
Nationalmannschaft, startete bei vielen Länderkämpfen, Europa-Cups und
Weltmeisterschaften und belegte immer zuverlässig gute Plätze. Leider
gab es in ihrer ganz guten Zeit noch keine Wettbewerbe für die SHORT TRACK er bei den Olympischen
Spielen. Als es möglich gewesen wäre,
scheiterte die Teilnahme eines deutschen Teams - und damit auch von Gundi
- an der Unfähigkeit unserer Funktionäre.
Neben dem SHORT TRACK startete sie aber immer noch bei
jeder Gelegenheit auf der 400m-Bahn, im LONG TRACK und gewann
auch hier einige Deutsche B-Meisterschaften, später einige Senioren-Weltmeisterschaften
und regelmäßig die Deutschen Meistertitel in ihrer jeweiligen
Altersklasse. Und das alles neben ihrer beruflichen Tätigkeit als
Nachtschwester im Ludwigshafener Klinikum, der Erziehung ihrer 3 Kinder
und der bereits erwähnten Tätigkeit für unseren vielversprechenden
Nachwuchs im Eisschnelllauf. Nicht vergessen werden darf
hier das riesengroße Verständnis und die Hilfe seitens ihres
Ehemannes, ohne den sehr vieles nicht
möglich gewesen wäre.
Und das Erfreulichste: diese Eissportkarriere ist noch
lange nicht zu Ende, die herrlichen Wettkämpfe im Seniorenbereich lassen
das auch gar nicht zu. Jetzt nennen sich die älteren Semester 'Masters'
und das mit Recht, sind doch gerade sie ein leuchtendes Bespiel und Signal
dafür, dass es auch jenseits der Teenies noch Leben und Sport gibt, den
wahren Sport.
Karl
Hager
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