Silber für Katharina Häcker, Bronze für die Shooting Stars und ein
zehnter Platz für die Debütantin Denise Zimmermann lautet die Ausbeute
des Mannheimer ERC bei den deutschen Eiskunstlauf-Meisterschaften in
Oberstdorf. Mit der Vizemeisterschaft hat die gerade 16 Jahre alt
gewordene Katharina Häcker bewiesen, dass ihr überraschender
Vorjahrestitel keine Eintagsfliege war. Ihr technisch hochwertiges
Programm ist international konkurrenzfähig und übertraf an
Schwierigkeiten auch das der neuen Meisterin Annette Dytrt. Aber obwohl
die Mannheimerin ihren Laufstil enorm verbessert hat und in der B-Note
schon Wertungen bis 5,6 erhielt, war sie in Sachen Reife und
Ausstrahlung der 19-jährigen Münchnerin noch etwas unterlegen. Das
allein entschied letztendlich zu Gunsten der fast vier Jahre älteren
Konkurrentin.
Nach dem Kurzprogramm, in dem beiden Gold-Aspirantinnen ein Patzer
unterlief und die Mannheimerin nur ganz knapp hinter Dytrt lag, ging sie
in Übereinkunft mit ihren Trainer Peter Sczypa dann in der Kür
ehrgeizig und kämpferisch volles Risiko ein, versuchte erstmals in
einem hochklassigen Wettbewerb ihre neue Dreifach-Dreifach-Kombination -
und patzte. Aber die anderen vier verschiedenen Dreifachsprünge und
ihre weiteren Kombinationen meisterte sie blitzsauber, so dass ihre
A-Note für den technischen Wert zu Recht höher lag als die Annette
Dytrts. Nach kurzer Enttäuschung freute sie sich dann doch zusammen mit
den vielen mitgereisten Mannheimer Fans, die unter Anleitung vom MERC-Präsident
Dr. Thomas Bienert fast für Heimspielatmosphäre sorgten, über die
Silbermedaille.
Ihre Nominierung für ein europäisches Jugendfestival im
slowenischen Bled in wenigen Tagen ist dazu mehr als ein Trost, denn
dort wird sie als Einzige deutsche Eiskunstläuferin bei Wettbewerben
aller Wintersportdisziplinen schon einmal so etwas wie olympische Luft
schnuppern. Und die Spiele 2006 sind ja Katharinas klares Fernziel.
Vorher aber will sie all ihr Können einsetzen, um sich am 18./19.
Januar endgültig für die Junioren-WM zu qualifizieren. Nur Fünfte
wurde übrigens die zweifache deutsche Ex-Meisterin Susanne Stadlmüller
(Stuttgart), die sich für ihr Comeback den einige Jahre gesperrten
Trainer Karel Fajfr ausgesucht hatte.
Ein richtig gutes Debüt in der Meisterklasse feierte dagegen die
zweite Schülerin von Trainer Peter Sczypa, die erst 13-jährige
MERClerin Denise Zimmermann, denn die letztjährige deutsche
Juniorenmeisterin kam als Jüngste unter den 21 Läuferinnen auf Anhieb
unter die Top-Ten. Dabei lief der Auftakt im Kurzprogramm nicht einmal
ganz nach Wunsch, denn sie musste bei den gerade erste erlernten
dreifachen Flip und Lutz Lehrgeld in Sachen Erfahrung bezahlen und wurde
zunächst 15. Doch in der Kür lief sie frisch und anmutig das
neuntbeste Programm und schob sich auf Rang zehn vor. Pech auf der
ganzen Linie hatte Christiane Berger, das dritte MERC-Eisen im
Meisterschaftsfeuer, denn noch vor der Reise nach Oberstdorf verletzte
sich die 15-jährige am Fuß.
Die zweite Mannheimer Medaille gewann die Synchronformation Shooting
Stars. Auch da paarten sich Freude und Enttäuschung. Ersteres über die
vielfach bewunderte und gewürdigte läuferische Steigerung und die
schnelle, fantastische Choreografie mit tollen Übergängen, bei der die
Musik exakt umgesetzt wurde. Doch in einer harten Auseinandersetzung, in
der es nur um Zehntel ging, mussten sie auf dem Treppchen doch den
Formationen aus Berlin und Chemnitz den Vortritt lassen, platzierten
sich aber noch vor den Dauerkonkurrenten aus Stuttgart.