Aus dem  
Aufs Eis und über Hürden
Sportliche Prinzensuche des Feuerio führt zu Christian I.

Von unserem Redaktionsmitglied Peter W. Ragge

Selten hat man so viele völlig überraschte, verblüffte, aber dann auch erfreute Gesichter gesehen: Was, der wird Prinz? Ja, tatsächlich: Christian Ziegler (41), Sohn des früheren evangelischen Stadtdekans Gernot Ziegler, wird vom Feuerio zum Stadtprinz gekürt (wir berichteten). Als Leitender Physiotherapeut und Mitgesellschafter von Sportomed Reha hat er noch kurz zuvor manchen der prominenten Mannheimer fit gemacht - und sich zugleich einen Spaß daraus, mit ihnen im Gespräch zu witzeln, wer wohl der Auserwählte ist. Denn das war, wie immer, streng geheim.

Nur so macht schließlich die "Prinzensuche" Spaß. Über hundert Männer starten dazu in "Rainbow-Lines"-Bussen am Wasserturm. Doch statt der sonst üblichen Irrfahrt mit absurden Verwirr-Spielchen gibts eine unterhaltsam-abwechslungsreiche, informative, ja attraktive Tour zu Sportstätten. In der ersten Station erschallt sogar "Bravo" aus der Menge: die Eiskunstläuferinnen Katharina Häcker und Mandy Valentine drehen beeindruckende Pirouetten und springen doppelte Rittberger. Neben alten Eishockeygrößen wie Werner Lorenz ("Batschek") und Hans Schneiders drehen Dr. Stefan Pfrengle, die Leichtathleten Stefan Häfner und Wolfgang Kreißig auf dem Eis groß auf. Sogar Caren Sonn, sonst erfolgreiche Leichtathletin, bewährt sich auf Kufen, hält im Tor manchen Puck, und Stadtprinzessin Silke II. entpuppt sich als Eislauf-Talent. Bloß einen Prinzen gibts hier nicht . . .

Vielleicht nimmt der Feuerio diese Hürde beim Reiterverein? Peter Hofmann versteht zwar auch hier, Begeisterung für Olympia 2012 zu wecken, aber die Hürden nehmen nur zwei Springreiter: sein Sohn Paul und Andreas Fay (bekannt vom gleichnamigen Bekleidungshaus). Madeleine und Miriam Grimminger zeigen Dressur-Lektionen, Hermann Heidenreich moderiert, als wär's das Maimarkt-Turnier. Doch er weckt nur die Lust bei Caren Sonn, mal wieder - wie einst als kleines Mädchen - auf dem Rücken eines Pferds zu sitzen. Prinz will da indes wieder keiner werden.

Aufatmen bei der letzten Station, dem Carl-Benz-Stadion. Im Raum vom Freundeskreis des SV Waldhof, wo Rainer Muth schmackhaft auftischt, präsentiert SV Waldhof-Vize Gerhard Simeth eine ganze Parade strammer junger Männer: Leichtathletik-Bundestrainer Rüdiger Harksen, die Waldhof-Brüder Dimitrios und Panto Tsionanis, Waldhof-Legende Kalle Bührer, Rainer Hirth (TV Lampertheim), und auch Physiotherapeut Christian Ziegler steht mit seinem Behandlungsköfferchen noch etwas unbeteiligt dabei.

Silke II. zusehends nervös, mustert alle, findet an vielen Gefallen - auch an Christian. "Den würd' ich nehmen, der passt zu meinem Beruf", bemerkt sie mit Blick auf den schön gezwirbelten Schnurrbart. Aber das Feuerio-Duo Horst "Hotte" Siegholt/Horst Stresemann, die den Abend flott moderieren, genießt es, die Spannung noch etwas anzustacheln.

Aber dann geht alles ganz schnell: Horst schlägt "Hotte" ganz "versehentlich" aufs Aug, er muss behandelt werden, kommt mit Christian herein - und wird von Feuerio-Präsident Bodo Tschierschke gekürt. "Es ist mir eine Ehre", dankt Christian und kündigt an, "Schwung in die Mannemer Fasnacht bringen" zu wollen. Dann erschallt markerschütternd aus hundert Männerkehlen die Feuerio-Hymne "Es brennt . . ." durch den Saal, und Christian umarmt glücklich seine Prinzessin: "Als kleiner Bub hatte ich immer einen Plüschhasen und hätte mir nie träumen lassen, mal einen echten Sandhasen im Arm zu haben", drückt er sie an sich und schenkt ihr einen kleinen Hasen aus Ton.

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