Selten hat man so viele völlig überraschte, verblüffte, aber dann
auch erfreute Gesichter gesehen: Was, der wird Prinz? Ja, tatsächlich:
Christian Ziegler (41), Sohn des früheren evangelischen Stadtdekans
Gernot Ziegler, wird vom Feuerio zum Stadtprinz gekürt (wir
berichteten). Als Leitender Physiotherapeut und Mitgesellschafter von
Sportomed Reha hat er noch kurz zuvor manchen der prominenten Mannheimer
fit gemacht - und sich zugleich einen Spaß daraus, mit ihnen im Gespräch
zu witzeln, wer wohl der Auserwählte ist. Denn das war, wie immer,
streng geheim.
Nur so macht schließlich die "Prinzensuche" Spaß. Über
hundert Männer starten dazu in "Rainbow-Lines"-Bussen am
Wasserturm. Doch statt der sonst üblichen Irrfahrt mit absurden
Verwirr-Spielchen gibts eine unterhaltsam-abwechslungsreiche,
informative, ja attraktive Tour zu Sportstätten. In
der ersten Station erschallt sogar "Bravo" aus der Menge: die
Eiskunstläuferinnen Katharina Häcker und Mandy Valentine drehen
beeindruckende Pirouetten und springen doppelte Rittberger. Neben
alten Eishockeygrößen wie Werner Lorenz ("Batschek") und
Hans Schneiders drehen Dr. Stefan Pfrengle, die Leichtathleten Stefan Häfner
und Wolfgang Kreißig auf dem Eis groß auf. Sogar Caren Sonn, sonst
erfolgreiche Leichtathletin, bewährt sich auf Kufen, hält im Tor
manchen Puck, und Stadtprinzessin Silke II. entpuppt sich als
Eislauf-Talent. Bloß einen Prinzen gibts hier nicht . . .
Vielleicht nimmt der Feuerio diese Hürde beim Reiterverein? Peter
Hofmann versteht zwar auch hier, Begeisterung für Olympia 2012 zu
wecken, aber die Hürden nehmen nur zwei Springreiter: sein Sohn Paul
und Andreas Fay (bekannt vom gleichnamigen Bekleidungshaus). Madeleine
und Miriam Grimminger zeigen Dressur-Lektionen, Hermann Heidenreich
moderiert, als wär's das Maimarkt-Turnier. Doch er weckt nur die Lust
bei Caren Sonn, mal wieder - wie einst als kleines Mädchen - auf dem Rücken
eines Pferds zu sitzen. Prinz will da indes wieder keiner werden.
Aufatmen bei der letzten Station, dem Carl-Benz-Stadion. Im Raum vom
Freundeskreis des SV Waldhof, wo Rainer Muth schmackhaft auftischt, präsentiert
SV Waldhof-Vize Gerhard Simeth eine ganze Parade strammer junger Männer:
Leichtathletik-Bundestrainer Rüdiger Harksen, die Waldhof-Brüder
Dimitrios und Panto Tsionanis, Waldhof-Legende Kalle Bührer, Rainer
Hirth (TV Lampertheim), und auch Physiotherapeut Christian Ziegler steht
mit seinem Behandlungsköfferchen noch etwas unbeteiligt dabei.
Silke II. zusehends nervös, mustert alle, findet an vielen Gefallen
- auch an Christian. "Den würd' ich nehmen, der passt zu meinem
Beruf", bemerkt sie mit Blick auf den schön gezwirbelten
Schnurrbart. Aber das Feuerio-Duo Horst "Hotte" Siegholt/Horst
Stresemann, die den Abend flott moderieren, genießt es, die Spannung
noch etwas anzustacheln.
Aber dann geht alles ganz schnell: Horst schlägt "Hotte"
ganz "versehentlich" aufs Aug, er muss behandelt werden, kommt
mit Christian herein - und wird von Feuerio-Präsident Bodo Tschierschke
gekürt. "Es ist mir eine Ehre", dankt Christian und kündigt
an, "Schwung in die Mannemer Fasnacht bringen" zu wollen. Dann
erschallt markerschütternd aus hundert Männerkehlen die Feuerio-Hymne
"Es brennt . . ." durch den Saal, und Christian umarmt glücklich
seine Prinzessin: "Als kleiner Bub hatte ich immer einen Plüschhasen
und hätte mir nie träumen lassen, mal einen echten Sandhasen im Arm zu
haben", drückt er sie an sich und schenkt ihr einen kleinen Hasen
aus Ton.